Speziele Labormethoden

Verlängerte Kultivierung

Nach der Befruchtung der Eizelle durch das Spermium wird der Embryo weiter in unserem embryologischen Labor „kultiviert“. Innerhalb eines normalen IVF-Zyklus werden, abhängig von ihrer Entwicklung, meistens dreitägige Embryonen in die Gebärmutter transferiert. Im Falle der Eizellbefruchtung auf natürlichem Wege, befindet sich ein dreitägiger Embryo im Eileiter und in die Gebärmutter gleitet er erst am fünften oder sechsten Tag nach der Befruchtung hinab.

Verlängerte Kultivierung bedeutet, dass der Embryo länger in unserem embryologischen Labor kultiviert wird und zum Transfer in die Gebärmutter kommt es erst am 5. Tag nach der Befruchtung. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Embryo bereits im Blastozystenstadium, das durchschnittlich nur ein Drittel der Embryonen erreichen. Die Methode der verlängerten Kultivierung können wir daher als Auswahlmethode der qualitativ besten Embryonen erachten.

Was sind die Vorteile einer verlängerten Kultivierung?

  • Durch einen Transfer am fünften Tag schaffen wir günstigere Voraussetzungen für das Anheften und das Eindringen des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut.
  • Diese Vorgehensweise erhöht die Chancen auf einen Behandlungserfolg um 10–15 %.
  • Zellen, die am fünften Tag nach der Befruchtung von der Blastozystenoberfläche entnommen werden, sind für genetische Tests geeignet.
  • Blastozysten (fünftägige Embryonen) können mit der Vitrifikationsmethode eingefroren werden und haben somit eine gute Entwicklungsprognose für das Wiederauftauen in einem zukünftigen Zyklus.