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Eine präzise Spermienauswahl, die auf speziellen Selektionsmethoden beruht, erhöht die Erfolgsquote bei einem Kinderwunsch erheblich (über PICSI, ICSI, MACS und MFFS-Methoden)

07.06.2022

Die assistierte Reproduktion als medizinischer Bereich schreitet sehr schnell voran. Es entstehen neue Methoden und Behandlungsansätze, die uns helfen, hohe Erfolgsquoten für unsere Patienten zu erreichen. Sie fragen häufig nach Informationen über spezielle Methoden der Spermienauswahl, was wir in der Klinik anbieten und welche Unterschiede es gib. Wir fragten den Leiter der IVF-Labors - Ing. Radomír Křen, Ph.D., ob er uns eine detaillierte Beschreibung der Methoden im Hinblick auf die historische Entwicklung geben könnte.

Vor der eigentlichen Verwendung von Spermien für Methoden der assistierten Reproduktion (ICSI, IVF) ist es notwendig, funktionale gesunde Spermien von nicht funktionalen pathologischen Spermien zu trennen. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Verfahren zur Trennung und Auswahl von Samenflüssigkeit entwickelt. Die grundlegenden Parameter für die Bestimmung der Spermienqualität sind ihre Konzentration im Ejakulat, ihre Beweglichkeit und das Vorhandensein pathologischer Spermienformen.

 

Ein funktionsfähiges, gesundes Spermium muss jedoch auch über eine qualitativ hochwertige Membran mit den erforderlichen Rezeptoren, eine intakte DNA und ausreichend Energie verfügen und alle notwendigen Enzyme enthalten, um die Eizelle zu befruchten und den Prozess der Embryonalentwicklung einzuleiten (Aktivierung der Oozyten). Mit den klassischen Trennmethoden auf der Basis von Dichtegradientenzentrifugation können jedoch nur bewegliche Spermien von unbeweglichen Spermien getrennt werden. Sie können nicht zwischen gesunden, funktionalen Spermien und nicht funktionalen Spermien unterscheiden.

Deshalb werden die klassischen Methoden der Sperma-Aufbereitung durch weitere Methoden unterstützt, die uns helfen sollen, gesunde Spermien besser zu selektieren und damit die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung zu verbessern.

In unserer Klinik bieten wir auch die MACS- und MFSS-Methode an, die die PICSI-Methode abgelöst hat.

Die PICSI-Methode wurde um 2010 in den Zentren für assistierte Reproduktion eingeführt und versprach, die Erfolgsquote der Unfruchtbarkeitsbehandlung zu erhöhen, indem qualitativ hochwertige reife Spermien ausgewählt werden, die die Fähigkeit haben, sich an Hyaluron zu binden, dass ein natürlicher Bestandteil der Zellen ist, die die Eizelle umgeben. Nur Spermien, die über Rezeptoren für die Bindung an Hyaluronan verfügen, galten als befruchtungsfähig. Die Ergebnisse zeigten jedoch nach und nach, dass die Bindung an das Hyalurongel nicht spezifisch war und diese Methode die Erfolgsquote der Behandlung nicht wesentlich erhöhte. Aus diesem Grund haben wir die PICSI-Methode verlassen.

Die MACS-Methode (Magnetische Spermienseparation) ist eine immunologische Methode zur Selektion von qualitativ hochwertigen Spermien mit geringer DNA-Fragmentierung, die 2016 in die CAR-Praxis eingeführt wurde. Das Prinzip besteht darin, einen Antikörper an Spermien mit einer gestörten Plasmamembran zu binden, d.h. an pathologische Spermien, die ihre Befruchtungsfähigkeit verloren haben. Die Antikörper überziehen die Spermien mit magnetischen Kügelchen, und diese Spermien bleiben dann an der Säulenwand hängen, nachdem sie die Magnetsäule durchlaufen haben.   

MFSS (Microfluidic Sperm Sorting) ist eine neue Trennungsmethode, die 2018 in die CAR-Praxis eingeführt wurde und die Selektion von gesunden, hochbeweglichen Spermien mit fast nicht nachweisbarer DNA-Fragmentierung mithilfe eines Chips ermöglicht. Der Chip schafft Mikrobarrieren für Spermien in Form von Kanälen oder Poren, die die natürlichen Barrieren beim Durchgang von Spermien durch den Eileiter nachahmen. Spermien, die diese Barrieren nicht überwinden können, werden gefangen und nur gesunde, funktionsfähige Spermien gelangen in die Sammelkammer. Diese Spermien werden dann für die ICSI-Methode oder für die spontane Befruchtung von Eizellen in einem Reagenzglas oder für die IUI verwendet. Der große Vorteil der MFSS-Methode ist die sanfte Behandlung der Spermien, die dank der Verwendung eines Chips nicht zentrifugiert werden müssen. Durch den Verzicht auf die Zentrifugation werden die Spermien keinem oxidativen Stress ausgesetzt und ihre Befruchtungsfähigkeit bleibt voll erhalten. Aus diesem Grund ist die MFFS derzeit eine der am weitesten verbreiteten Methoden der Spermienauswahl bei der CAR.

Die Wahl der einzelnen Methoden sollte immer in Zusammenarbeit mit dem Arzt und dem Embryologen auf der Grundlage der Ergebnisse der SPG getroffen werden. Sie sollten sich also nicht scheuen, Ihren Arzt nach Details zu fragen. Mehr über unsere speziellen Labormethoden finden Sie HIER.


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