Ultraschall


Die Ultraschalldiagnostik macht sich das physikalische Prinzip der Verbreitung und des Abpralls von Schallwellen in höheren Frequenzen zu eigen.

Grundlage bildet ein zweidimensionales (2D) Bild, das einen Blick auf einen Querschnitt von Gewebe und inneren Organen der Leibesfrucht mit hoher Präzision und in realer Zeit ermöglicht. Man kann auch Bewegungen des Embryos oder dessen Herztätigkeit beobachten. Auf dem Bild ist ein Profil des Embryogesichtes in der 12. Schwangerschaftswoche zu sehen.

Eine dreidimensionale (3D) oder vierdimensionale (4D) plastische Abbildung entsteht durch eine computergesteuerte Rekonstruktion einer Reihe von 2D Schnitten. Auf unserem Arbeitsplatz benutzen wir 3D Abbildungen zur Ergänzung und Dokumentation von Befunden, die durch eine für uns verbindliche zweidimensionale Untersuchung festgestellt wurden. Für Eltern kann ein plastisches 3D Bild des Embryogesichts aus der Mitte der Schwangerschaft, wie unten abgebildet, interessant sein.

Die Dopplerometrie wird vor allem bei der Untersuchung des Blutkreislaufs im Herzen und der verschiedenen Blutgefäße des Embryos eingesetzt: so zum Beispiel des Bauchnabels, der Aorta, der Nieren versorgenden Blutgefäße, der unteren und oberen Hohlvene oder vaskulärer Gefäßkurzschlüsse (Duktus arteriosus oder Duktus venosus). Die Dopplerometrie informiert über die Herzbildung, die Funktion der Plazentabahn und indirekt auch über den Zustand der inneren Umgebung des Embryos. Die Abbildung des Blutdurchlaufs durch den Duktus venosus ist ein bedeutender Anzeiger für den Embryozustand bereits zu Beginn der Schwangerschaft. Das Bild zeigt eine bunte Dopplerabbildung des Blutdurchlaufs durch die Nieren des Embryos.

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In der Schwangerschaft sollten vier grundlegende Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden:

  • Erste Untersuchung in der 6. bis 8. Woche, gezählt ab dem ersten Tag der letzten Menstruation. Meist wird diese über die Scheide durchgeführt (Vaginalsonde). Ziel ist die Bestimmung des Alters der Schwangerschaft und die Zahl der Embryonen (Einzelkind, Zwillinge, Drillinge…), aber vor allem der Nachweis der Lage des Embryos in der Gebärmutter und der Ausschluss jedweder Gefahr einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter. Ab 6. Woche einer normalen Schwangerschaft ist in der Gebärmutter ein Hohlraum zu beobachten, in dem nach und nach ein so genannter gelber Follikel und eine Embryoplatte mit sichtbarer Herztätigkeit deutlich werden.
  • Eine weitere Untersuchung wird im Embryoalter von 11 Wochen + 3 Tagen bis 13 Wochen + 6 Tagen durchgeführt, wenn sich das Alter der Schwangerschaft durch die Messung der Entfernung zwischen Scheitel und Steißbein des Embryos (CRL) genau bestimmen lässt. Ein wichtiges Zeichen ist die Höhe der Kongestion der Unterhaut im Nacken (Nackenaufhellung - NT), die weniger als 3 Millimeter betragen sollte. Eine markante Vergrößerung von NT bedeutet das Risiko eines angeborenen Defekts oder die Gefahr eines Aborts. Falls der Embryo gut liegt, lässt sich auch dessen Größe des Nasenknochens messen (NB). Ein fehlender oder kurzer Nasenknochen erhöht das Risiko eines angeborenen Defekts. Außer diesen Standardzeichen (Marker) für angeborene Defekte lässt sich auch der Körperbau des Embryos messen und die Lage der sich bildenden Plazenta bestimmen. Bei einer Mehrfachschwangerschaft wird bestimmt, ob es sich um eineiige oder mehreiige Geschwister handelt.
  • Untersuchung zwischen der 20. und 22. Schwangerschaftswoche („genetischer Ultraschall"). In diesem Stadium lässt sich ins Detail der Körperbau des Embryos, die Lage, Form und die Größe der Mehrzahl der inneren Organe messen. Im Fall von Herz und Nieren kann man sich auch zu deren Funktion äußern. Gemessen wird die Größe einzelner Abschnitte des Embryos – im Normalfall werden Durchmesser und Umfang des Kopfes (BPD, HC), Bauchumfang (AC) und die Länge des Oberschenkelknochens (FL) gemessen. In begründeten Fällen wird nach kleinen (soft) Markern angeborener Defekte geforscht. Das sind Veränderungen des normalen Ultraschallbildes, die keinen anatomischen oder funktionellen Defekt darstellen, sondern öfter bei Embryonen mit angeborenem Defekt als bei gesunden Embryonen vorkommen. Es geht vor allem um die Stärke der Hautfalte im Nackenbereich (NSF), den klar hellen Punkt in der linken Herzkammer (ICLV), leichte Erweiterung der Nierenbecken (Pyelectasia), die hellere (hyperechogene) Eingrenzung der Darmwände beim Embryo und einen kürzeren Oberschenkelknochen (FL). Erneut kann die Anwesenheit und Länge des Nasenknochens gemessen werden (NB). Bewertet werden auch der Zustand und die Lage der Plazenta sowie die Menge an Fruchtwasser.
  • Untersuchung in der 30. – 32. Schwangerschaftswoche. In diesem Zeitraum wird die Untersuchungsgrundlage von der Biometrie gebildet – Messung des Embryos mit bestimmter Einschränkung im Hinblick auf seine Größe. Bewertet wird wiederum Größe, Form und Lage der inneren Organe, Zustand und Lage der Plazenta und die Menge an Fruchtwasser. Es ist auch möglich ein so genanntes biophysikalisches Profil zu bestimmen, worin die Aktivität des Embryos und dessen Bedingungen in der Gebärmutter festgestellt werden.

Sicherheit: Ultraschallwellen verfügen über eine geringe Menge an Energie und biologische Aktivität, sodass Ultraschall eine sichere Untersuchungsmethode darstellt.